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Land Grabbing – Einführendes und Grundlagen

Veröffentlicht am: 15. 02. 2011

Zu den Ursachen für den Kauf oder die Pacht fruchtbarer Böden in Entwicklungsländern gehören die Ernährungssicherung in den investierenden Ländern (z.B. Saudi-Arabien, China) und der Anbau von Biomasse für die Agrotreibstoff-Produktion. Als Folge der Finanzkrise wurde Land zunehmend auch als Kapitalanlage interessant. Oftmals steht hinter Land Grabbing auch der Durst nach Wasser oder das Water Grabbing.

 

Dieses Kapitel bietet einleitend Begriffsklärung. Es benennt aus entwicklungspolitischer Sicht die wichtigsten Ursachen für die grossflächigen Landnahmen beziehungsweise das Land Grabbing. Ausserdem listet es Hintergrundtexte auf, welche die Diskussion rund um das Phänomen Land Grabbing angestossen haben sowie vertiefen.

Einführendes und Begriffsklärung

Gut lesbare Einführungen ins Thema der grossflächigen Landnahmen sind:

16 Fragen und Antworten von «What is Land Grabbing?», über «What is ‘Green Grabbing’?» bis «What resistance is being undertaken against land grabbing?» liefert das Transnational Institute mit: The Global Land Grab, Draft, Oktober 2012 (eine revidierte Fassung ist für Ende 2012 angekündigt).

Grundlagen und Hintergrundtexte

Fastenopfer und Brot für alle spüren in einer Studie die Rolle der Entwicklungsbanken im Zusammenhang mit Land Grabbing auf: When Development Cooperation becomes Land Grabbing (pdf, 40 S., 497 kB; Oktober 2012); Geld der Internationalen Entwicklungsbanken unterstützt auch Land Grabbing, Zusammenfassung in Deutsch (pdf, 2 S., 137 kB).

Der UNO-Ausschuss für Welternährungssicherung (CFS) verabschiedete freiwillige Leitlinien für eine verantwortungsvolle Landpolitik: Voluntary Guidelines on the Governance of Tenure, Mai 2012; DEZA-Pressemitteilung: Politikverbesserung zur Landnutzung im Kampf gegen Nahrungsmittelunsicherheit, 11.5.2012

Aus einer Übersicht der NGO GRAIN geht hervor, in welchen 66 Ländern sich Investoren seit 2006 Land in einem Gesamtumfang von 35 Millionen Hektar aneigneten: Data set with over 400 global land grabs (Februar 2012)

Das BMZ hält die Position der deutschen Entwicklungspolitik zu Land (und Water-) Grabbing in einem Strategiepapier fest (und liefert damit einen verständlich verfassten Überblick über die entwicklungspolitischen Implikationen): Investitionen in Land und das Phänomen des «Land Grabbing», Januar 2012 (pdf, 22 S., 619 kB).

Wer erwirbt Land wozu, mit welchen Folgen für Bevölkerung und Umwelt? Dazu die Ergebnisse aus drei Jahren Forschung in: Land Rights and the Rush for Land, Januar 2012.

Landflächen so gross wie Westeuropa wurden laut der Entwicklungsorganisation Oxfam seit 2001 aufgekauft oder gepachtet:Land and power, September 2011

Hintergründe und Folgen der Ethanolplantagen der Schweizer Firma Addax in Sierra Leone untersucht eine Fallstudie u.a. im Auftrag von Brot für alle (Juni 2011): The Addax Bioenergy sugarcane-to-ethanol project in the Makeni region in Sierra Leone.

Mit den rechtlichen Rahmenbedingungen von zwölf Land-Deals in Afrika und den Auswirkungen für die lokale Bevölkerung und die Umwelt befasst sich die IIED-Studie: Land deals in Africa : what is in the contracts?, März 2011.

Mit der geschlechtsspezifischen Dimension von Land Grabbing befasst sich ein IFPRI-Diskussionspapier vom Januar 2011: The Gender Implications of Large-Scale Land Deals.

Eine Studie von Friends of the Earth Europe untersucht die Lage in elf afrikanischen Ländern (Juni 2010): Africa: up for grabs - the scale and impact of land grabbing for agrofuels (pdf, 36 S., 1.36 MB).

Die Folgen des Landraubs für das Recht auf Nahrung analysieren Brot für alle und Fastenopfer in: «Land Grabbing» – die Gier nach Land, EinBlick 17.5.2010 (pdf, 32 S. 3.08 MB).

MISEREOR, das Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, veröffentlichte im Mai 2010 ein Positionspapier unter dem Titel: «Landhunger» – Ausländische Großinvestitionen in Land (pdf, 10 S., 263 kB).

Eine politisch-ethische Analyse der Landnahmen legt das Berliner Institut für christliche Ethik und Politik 2010 vor: Land Grabbing und das Menschenrecht auf Nahrung (pdf, 30 S., 300 kB).

Beispiele von Landkäufen in 14 Ländern von 2004 bis 2009 liefert die Weltbank-Studie: Rising global interest in farmland (pdf, 264 S., 3.48 MB; veröffentlicht 7.9.2010); Zusammenfassung (pdf, 4 S., 600 kB).

Ob Landnahmen ein Risiko oder eine Chance für die Entwicklung sind, fragen das Internationale Institut für Umwelt und Entwicklung (IIED), die UNO-Landwirtschaftsorganisation FAO und und der Internationale Agrarentwicklungsfonds IFAD in: Land grab or development opportunity? (2009). Ein Folgereport (Juni 2010) zeigt auf, wie sowohl Kleinbauern wie auch Investoren profitieren könnten: Making the most of agricultural investment.


Preisschwankungen bei Nahrungsmitteln und Agrotreibstoff-Produktion sind die Hauptgründe für Landnahmen, so das Forschungsinstitut IFPRI (International Food Policy Research Institute) in: «Land grabbing» by foreign investors in developing countries; unter dem gleichen Link findet sich auch die IFPRI-Übersichtstabelle zu Land Grabbing, Stand 2009.

 

Linksammlungen

 

Das Portal Globales Lernen bündelt eine kommentierte Auswahl von Materialien, die sich für den Einsatz im Unterricht eignen: Land Grabbing (Newsletter, 30.4.2012).

Klassifizierung: Landwirtschaft
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Neu im Dossier (24.3.2014)

Wall Street Investors Take Aim at Farmland
(> Einzeldokumente – Pressespiegel)

LandgrabFarmlandfarmlandgrab.org: laufend aktualisierter mehrsprachiger Blog

Weitere Leseempfehlungen:

L'accaparement des terres: E-Dossier des Centre de Documentation in Lausanne

Welche Rezepte gegen den Wettlauf um Land?, Global+, Nr. 37, Frühjahr 2010 (pdf, 2.2 MB)

 
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