Studie zeigt: Jatropha ist ein Irrweg
Agrotreibstoffe aus der Jatropha-Nuss sind nicht nachhaltig und verdrängen den Anbau von Nahrungsmitteln. Dies belegt eine neue Studie aus Mosambik, die von der Schweizer Plattform Agrotreibstoffe (Alliance Sud ist Mitglied) in Auftrag gegeben wurde.
Am 24. August 2009 diskutiert die zuständige Kommission des Ständerats die Parlamentarische Initiative von Rudolf Rechsteiner. Sie verlangt ein Moratorium für Agtrotreibstoffe. Im Hinblick darauf haben Schweizer Entwicklungs-, Umwelt und Bauernorganisationen einen Bericht über die Jatropha-Produktion in Mosambik veröffentlicht.
Konkurrenz für Nahrungsmittel
Die in Zürich neu gegründete Jatropha-Allianz pries die Pflanze kürzlich als Wundernuss für die Agrotreibstoffproduktion, da sie auf schlechten Böden ohne Bewässerung gedeihe und damit die Nahrungsmittel-produktion nicht konkurrenziere. Doch die Realität sieht ganz anders aus „Bereits heute ist klar, dass Jatropha Mosambiks nachhaltige Entwicklung nicht fördert“, heisst es in der Studie. Dafür gibt es laut dem Autoren-team zwei Gründe: Jatropha verdrängt erstens den Anbau von Nahrungspflanzen durch Kleinbauern. Und diese ziehen zweitens kaum Profit aus dem Anbau der Export-Pflanze. Darüber hinaus wird Jatropha – entgegen den Beteuerungen der Promotoren – fast nur auf bewässerten landwirtschaftlichen Nutzflächen angebaut, unter Verwendung von Dünger und Pestiziden. Zudem führen Bestechung und falsche Versprechen dazu, dass die lokale Bevölkerung den Zugriff auf ihr Land verliert: Allein 2007 haben Investoren Lizenzen für die Erschliessung von fünf Millionen Hektar Land beantragt – eine grössere Fläche als die Schweiz.
In der Schweiz hat eine in Bad Zurzach geplante Anlage Aufmerksamkeit erregt, die Biodiesel produzieren will – just aus mosambikanischem Jatropha.
Zusammenfassung der Studie (pdf, 157kB)
Gesamtstudie (englisch)
Kontakt: Rosmarie Bär, Alliance Sud
Siehe auch: Die Mär von der Wunderpflanze Jatropha

