Mit weissen Bändern gegen Armut und soziale Ungleichheit
Am 17. Oktober 2007, dem "Welttag gegen Armut und Ausgrenzung" haben in der ganzen Schweiz Aktionen stattgefunden, mit denen Hilfswerke und andere Organisationen eine Erhöhung der schweizerischen Entwicklungshilfe verlangten. Sie standen im Zeichen des weissen Bandes, des Symbols der weltweiten Bewegung gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit. Medienmitteilung vom 17.10.07
Im Zentrum der Aktionen stand die Petition der Hilfswerke an Bundesrat und Parlament, die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes zu erhöhen und zugunsten der Uno-Millenniumsziele einzusetzen. "0,7% - das sind 70 Rappen von hundert Franken, die in der Schweiz erarbeitet werden. Es wäre beschämend, die Schweiz würde sich weigern, einen so kleinen Teil ihres Wohlstands für die Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit einzusetzen", erklärte Pepo Hofstetter von Alliance Sud, die den Aktionstag organisierte.
In Bern rollten VertreterInnen von Hilfswerken und anderen Organisationen ein grosses weisses Band durch die Marktgasse, die mit weissen Fahnen geschmückt war. Am Nachmittag fand auf dem Bundesplatz eine Veranstaltung von ATD Quart Monde statt, die die Armut in der Schweiz thematisierte, aber auch das Anliegen der Hilfswerk-Petition aufnahm. In Luzern wurde ein grosses weisses Band durch die Innenstadt gelegt. Beat Züsli, Präsident des Grossen Stadtrates Luzern, bezeichnete die weltweite Armut bzw. die Tatsache, "dass die Hälfte der Menschheit mit weniger als drei Franken pro Tag auskommen muss und täglich 80'000 Menschen an Hunger sterben" als "leider alltäglichen Skandal".
In Basel beteiligten sich rund 100 Menschen am Ausspannen eines weissen Bandes vom Claraplatz über die mittlere Brücke bis zum Barfüsserplatz. Dort gab Eva Herzog, Regierungspräsidentin des Kantons Basel-Stadt, die offizielle Unterstützung des Kantons für die Petition der Hilfswerke bekannt. An vielen Gebäuden in der ganzen Schweiz hingen weisse Fahnen.
Die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz ihres Aktionstag. "Von Genf bis St. Gallen, von Lugano bis Basel fanden grössere und kleinere Aktionen statt, und die meisten PassantInnen reagierten sehr positiv auf unser Anliegen", erklärte Stefan Luzi, Koordinator der Kampagne "0,7% - Gemeinsam gegen Armut". Mit dem heutigen Tag an dem mehrere tausend Unterschriften gesammelt wurden, seien bereits gegen 70'000 Unterschriften für die Petition beisammen: "Das ist ein sehr gutes Resultat und wird helfen, das Parlament von einer Erhöhung der Entwicklungshilfe zu überzeugen", ist Luzi überzeugt.
Die Aktionen in der Schweiz waren Teil eines weltweiten Aktionstages.

