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Konzerne an die Leine – Kundgebung in Davos

Veröffentlicht am: 03. 02. 2012

Alliance Sud beteiligte sich zum Auftakt des WEF an einer Aktion der Kampagne "Recht ohne Grenzen": 50 "unsichtbare" Hunde streunten durch die Strassen von Davos und sorgten für einiges Aufsehen. An einer Abschlusskundgebung forderten Peter Niggli (Alliance Sud), Kumi Naidoo (Greenpeace International) und Salil Shetty (Amnesty International) dazu auf, auch die Konzerne "an die Leine zu nehmen".

Jetzt Petition unterschreiben: www.rechtohnegrenzen.ch

 


Kumi Naidoo von Greenpeace International wies an der Kundgebung in Davos auf die vielen Fälle hin, in denen international tätige Konzerne massiv die Umwelt verschmutzen – von Shell in Nigeria über Trafigura (die ihren operativen Sitz in der Schweiz hat) in der Elfenbeinküste bis zu Danzer (ebenfalls mit Sitz in der Schweiz) in der Demokratischen Republik Kongo. Für Menschen, die unter solchen Umweltverschmutzungen litten, sei es sehr schwierig, sich rechtlich Gehör zu verschaffen und die Konzernzentralen zur Rechenschaft zu ziehen.

Salil Shetty, Chef von Amnesty International, erinnerte daran, dass der Uno-Menschenrechtsrat kürzlich Leitlinien zum Thema "Unternehmen und Menschenrechte" verabschiedet hat. Sie halten klar fest, dass nicht nur Staaten die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte respektieren müssen, sondern auch alle Firmen. Die Regierungen aller Länder und insbesondere der Industriestaaten müssten jetzt Massnahmen ergreifen, um dies durchzusetzen.

ROG Spaziergang (Peter und Nina)

Peter Niggli, Geschäftsleiter von Alliance Sud, der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke, forderte Bundesrat  und Parlament auf, entsprechende Regeln für Konzerne zu erlassen. Bisher habe die Schweiz auf die Selbstregulierung der Unternehmen vertraut. Verschiedene Fälle von Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen zeigen aber deutlich, dass dies nicht genügt. Der Schweiz kommt eine spezielle Verantwortung zu, ist sie doch Standort von überdurchschnittlich vielen international tätigen Firmen, die oft in menschenrechtlich und ökologisch sehr sensiblen Bereichen tätig sind, etwa im Rohstoffbereich.

‚Recht ohne Grenzen‘ ist eine Allianz von über 50 Schweizer Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen, Umwelt- und Frauenverbänden, Gewerkschaften und kritischen Aktionärsvereinigungen. In einer Petition fordert sie von Bundesrat und Parlament klare Bestimmungen, damit Firmen mit Sitz in der Schweiz weltweit die Menschenrechte und Umweltstandards einhalten müssen. Geschädigte sollen bei Verstössen gegen die verantwortlichen Mutterfirmen in der Schweiz klagen können.

Kontakt
Pepo Hofstetter, Kampagnenleiter Alliance Sud


Zur Petition "Recht ohne Grenzen"

Bilder von der Aktion und der Kundgebung finden Siehier

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