Break the silence
Den Entwicklungsländern entgehen durch steuerhinterzogene Gelder auf Schweizer Bankkonten jedes Jahr fünf Mal mehr Einnahmen, als sie von der Schweiz als Entwicklungshilfe erhalten. Die entwicklungspolitischen Organisationen Erklärung von Bern (EvB) und Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke (Alliance Sud) fordern, dass die Schweiz mit der Beihilfe zur Steuerhinterziehung endlich aufhört.
Die Beihilfe zur Steuerhinterziehung von reichen AusländerInnen ist das eigentliche Spezialgebiet des Schweizer Finanzplatzes. Der Finanzplatz Schweiz verwaltet etwa 2000 Milliarden Franken an ausländischem Vermögen,, , schätzungsweise 70 – 90 Prozent davon werden im Herkunftsland nicht versteuert.
Mit einer «Wegleitung zur Steuerhinterziehung» zeigen die Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke und die Erklärung von Bern, wie die Schweizer Banken ausländische Steuerhinterzieher protegieren, warum das Bankgeheimnis dabei nur ein Vorwand ist und wer unter den Folgen der Schweizer Beihilfe zur Steuerhinterziehung leidet.
Die Wegleitung wird begleitet von einer Postkarte, die sich an den Bundesrat richtet. Das Kampagnensujet «Empire of Silence» wurde vom Künstler Ivar Breitenmoser und dem Atelier Artgrafik gestaltet. Es persifliert eine Postkarte der Expo 02. Der Bezug zur Expo ist kein Zufall. Ein innovative, weltoffene und zukunftsfähige Schweiz, wie sie die Expo präsentierte, verträgt sich nicht mit einem Finanzplatz, der sich darauf spezialisiert hat, andere Länder um ihre Steuereinnahmen zu bringen.
Deshalb fordern die Erklärung von Bern und die Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke, dass die Schweiz aufhört, Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu leisten. Die spitzfindige Unterscheidung in Steuerhinterziehung und Steuerbetrug gehört abgeschafft. Auch in Fällen von einfacher Steuerhinterziehung soll die Schweiz anderen Ländern Rechts- und Amtshilfe leisten.
Weitere Informationen: Peter Niggli
Wegleitung zur Steuerhinterziehung (pdf, 83 kb)

