Nestlé-Babymilch: Protest in Laos
Achtzehn in Laos tätige Entwicklungsorganisationen, darunter Oxfam, die Deutsche Welthungerhilfe und Helvetas, kritisieren Nestlés örtliche Werbekampagne für Säuglingsnahrung hart.
In einem Brief an Konzernpräsident Peter Brabeck und Nestlé-CEO Paul Bulke von Ende Mai werfen sie dem Konzern vor, gegen den internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatz zu verstossen. So werbe der Multi mit öffentlichen Inseraten für Ersatzprodukte, verteile diese gratis in Spitälern und Kinderkrippen und gaukle den Eltern vor, seine Säuglings- und Kindernahrung fördere Intelligenz und Abwehrkräfte. Zudem habe die Regierung unter dem Einfluss des Konzerns und anderer Babynahrungsproduzenten die nationalen Vorschriften für die Herstellung und Vermarktung von Babynahrung verwässert. Damit trage Nestlé zur hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit in Laos bei.
Nestlé hat auf die Kritik reagiert. Sie sei von den Vorwürfen sehr betroffen" und werde jedem einzelnen nachgehen. Der Konzern verfüge aber in Laos über keine Niederlassung, seine Produkte würden von Dritten vermarktet.

