Cuba : actualizar el modelo / Edgar Göll... [et al.]

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Dieser ila-Schwerpunkt erscheint vor dem Hintergrund der vorsichtigen Entspannung zwischen den USA und Cuba. Für diejenigen, die die Beziehungen zwischen beiden Ländern schon länger beobachten, kommt die jüngste Entwicklung nicht überraschend. Schon seit einiger Zeit mehren sich in den USA die Stimmen, die für eine Annäherung plädieren. Auch die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen in Lateinamerika und der Welt haben zum Umschwung beigetragen. Zu nennen sind etwa die neue multipolare Weltlage mit einem erstarkten China, Russlands wiedererwachtes Interesse an Cuba, das neue Selbstbewusstsein und die Ansätze zur Integration Lateinamerikas und die weltweite Kritik an der Blockade Cubas. Gleichzeitig machen die geostrategische Lage, die Nähe zu den USA, die gut ausgebildeten Arbeitskräfte und nicht zuletzt die Erdölfunde die Insel zunehmend attraktiv für internationale Investoren. Dies ist auch den US-Unternehmen nicht entgangen, die sich nicht als letzte in der Schlange anstellen wollen. Im Übrigen ist es nun keineswegs so, dass die US-Cubapolitik ihr langfristiges Ziel, nämlich die Restauration kapitalistischer Verhältnisse auf der Insel, aufgegeben hätte. Nur scheinen heute in Washington relevante Kräfte auf einen „Wandel durch Annäherung“ zu setzen. [Auszug Editorial]