Das andere Kolumbien / Bruno Rütsche ... [et al.]

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Die neoliberale Wirtschaftspolitik der letzten zwei Jahrzehnte hat die sozialen Probleme verschärft, der Krieg mit seinen vier Millionen Binnenflüchtlingen hat zu einer humanitären Tragödie geführt.
Die Basisorganisationen und die Friedens- und Menschenrechtsbewegten haben es in dieser Situation alles andere als einfach. Doch sie melden sich mit Kraft und konkreten Vorschlägen zu Wort. Im Oktober/November protestierten Zehntausende Indígenas gegen die Militarisierung ihrer Territorien, ungebremste Rohstoffausbeutung und Freihandel. Die Zuckerrohrarbeiter traten wegen sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen in den Streik. Die Opfer von Menschenrechtsverletzungen reklamieren ihr Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Die Frauen bilden landesweite Friedensnetzwerke, zeigen konkrete Solidarität und kämpfen für eine Umkehr der patriarchalischen Kriegspolitik. Nicht zu vergessen die vielen kulturellen Initiativen, die sich für ein „Anderes Kolumbien“, für soziale Gerechtigkeit und ein Ende des Krieges engagieren.