Landbesitz / Paul Kawegah... [et al.]

Artikel
Verlag
Frankfurt a.M. : Frankfurter Societät, 2017
Bibliotheksstandort
Bern, Bibliothek
Signatur
Z/E+Z
Streit um Land hat existenzielle Bedeutung. Es geht um Wohnen und Lebenserwerb. Auch Identitätsfragen sind oft berührt, zuweilen auch religiös aufgeladen. Formales Recht und traditionelle Vorstellungen passen nicht unbedingt zusammen – das gilt besonders dort, wo koloniale Strukturen in ehemaligen Kolonien ebenso fortwirken wie alte Traditionen. Land ist nicht gleich Land. Eine Parzelle im Zentrum Tokios hat einen anderen Wert und Nutzen als ein Stück Wüste und wieder einen anderen als ein Teil einer Oase in dieser Wüste. Doch wo Land für Menschen wertvoll ist, ähneln sich die Probleme. Frauen und Minderheiten werden oft benachteiligt. Dort, wo es kein formales Landrecht gibt oder dieses nicht durchgesetzt wird, herrscht das Recht des Stärkeren. Mächtige stecken einfach ihren Claim ab, das ist Privatisierung durch Fakten schaffen. Provinzfürsten verkaufen Gemeinschaftsland – oder solches mit unklaren Besitzverhältnissen – an Investoren; Stadtoberhäupter «entwickeln» Flächen mit informellen Siedlungen für Einkaufszentren und Bürotürme. [Editorial]