Wachstum in der Klimawissenschaft : Ein blinder Fleck Globale Szenarien aus wachstumskritischer Perspektive / Kai Kuhnhenn ; Heinrich-Böll-Stiftung

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Die globalen Klimaschutzszenarien sind wichtige Instrumente, um mögliche Wege zu einer klimafreundlichen Welt zu entwickeln; sie bilden eine Grundlage für politische und gesellschaftliche Aushandlungen zu Massnahmen, die für den Klimaschutz eingeleitet werden sollen.

Leider folgen die derzeitigen Klimaschutzszenarien alle einem wirtschaftlichen Wachstumspfad, da die zugrundeliegenden sozioökonomischen Annahmen alle von weiterem Wirtschaftswachstum ausgehen und die Modellierungen mit Modellen erfolgen, in denen Massnahmen, die zu einem Weniger an Produktion und Konsum führen, entweder nicht abgebildet werden können oder aufgrund eines begrenzten Wohlfahrtsbegriffs nicht zum Einsatz kommen.

Hierdurch wird ein grundlegender Wandel hin zu einer Gesellschaft ohne Wirtschaftswachstum ausgeblendet. Politische Massnahmen jenseits der Wachstumslogik finden damit keinen Eingang in die klimapolitische und gesellschaftliche Debatte. Stattdessen suggerieren die Szenarien, dass eine temporäre Überschreitung der Erwärmungsgrenzen von 1,5°C oder 2°C hingenommen werden müssen und dann später riskante Massnahmen ergriffen werden können, um der Atmosphäre Emissionen zu entziehen.

Diese Kurzstudie stellt dar, dass weder die Nutzung «negativer Emissions-Technologien» so alternativlos ist, wie in Szenarien dargestellt, noch ein «Overshoot» notwendig ist. Beides sind Ergebnisse von Modellierungsprozessen und Modellen, die nur einen Ausschnitt möglicher Entwicklungen darstellen. Der Fokus der vorliegenden Kurzstudie liegt dabei auf dem Faktor Wirtschaftswachstum sowie klimapolitischen Massnahmen, die ein Weniger an Produktion und Konsum vorsehen. [Abstract]