Bedrohlicher Biodiversitätsverlust

«Herausgepickt»
Ohne zwei Übel gegeneinander ausspielen zu wollen, ist laut einer neuen Publikation des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika FDCL der Verlust der Biodiversität mindestens so gravierend wie der Klimawandel.

«Bei der CBD [Biodiversitätskonvention] geht es um viel mehr als um die Erhaltung von Natur und Arten, es ist eine komplexe Konvention, die den Zugang zu „genetischen Ressourcen“ regulieren will und mit diesem zweifelhaften Begriff schon ein folgenreiches Paradigma verbreitet. Bei der CBD geht es auch um die vom Menschen umgestaltete Natur. Menschen haben Natur systematisch durch Züchtungen für ihre Zwecke beeinflusst und damit auch eine Form von Biodiversität geschaffen. Diese menschliche Umgestaltung der Natur wird durch Gentechnik radikalisiert und fundamental geändert. Durch die Gentechnik wird menschlich gestaltete Natur nicht nur zur Handelsware, sondern Saatgut, Pflanzen und sogar Tiere werden patentierbar und monopolisierbar. Das ist ein tiefgreifender Prozess, der die gesellschaftlichen Naturverhältnisse fundamental umgestaltet – und daher für aktuelle (entwicklungs)politische Debatten eminent wichtig ist.» (S. 6)

 

Aus dem Inhalt

  •     Wie alles begann (Rio 1992)
  •     Meilensteine der Entwicklung der Konvention       
  •     Wem gehört die Natur – geistige Eigentumsrechte, Landwirtschaft und Biodiversität

 

Umkämpfte Natur : die Biodiversität und ihre Konvention, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile–Lateinamerika FDCL (Hg.), November 2016 (pdf, 36 S., 830 kB)

 

Die Publikation versteht sich als aktuelle Einführung in die Debatte um die Biodiversitätspolitik und die CBD. Sie kommt zum richtigen Zeitpunkt: Die nächste Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention findet vom 4. bis 17. Dezember 2016 in Cancún, Mexiko, statt:

UN Biodiversity Conference (offizielle Website)

COP13 – Mainstreaming Biodiversity for Well-Being (Website des Gastgeberlandes Mexiko, das vorgängig ein Ministertreffen ausrichtet)