Bibliotheken als Motoren des Wandels

Library Map, CC BY 4.0, ifla.org
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Die Agenda 2030 betrifft alle. Und weil ohne Wissen kein Wandel möglich ist, hat sich die internationale Bibliotheksvereinigung (IFLA) intensiv an der Erarbeitung der Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDG) der UNO beteiligt.

Basis dafür war die Erklärung von Lyon, die auch Alliance Sud InfoDoc mit unterzeichnet hat. Die IFLA setzt sich nicht nur für freien Zugang zu Information und zu Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ein, sondern auch für das lebenslange Lernen in allen Bereichen der Entwicklung.


Der Zugang zur Information hat schliesslich Eingang in einem eigenen Agenda 2030-Entwicklungsziel (16.10) gefunden: "Den öffentlichen Zugang zu Informationen gewährleisten und die Grundfreiheiten schützen, im Einklang mit den nationalen Rechtsvorschriften und völkerrechtlichen Übereinkünften". Diese Formulierung schliesst ein, dass der freie Informationszugang auch ein unabdingbares Mittel zum Erreichen mehrerer anderer Ziele ist (namentlich die Ziele 1.4 ; 3 ;  4 ; 4.4 ; 4.7 ; 5 ; 9 ; 9c ; 10.2). Gestärkt durch diesen Erfolg hat die IFLA die nationalen Bibliotheksverbände eingeladen, sich auf nationaler Regierungsebene mit ihren Institutionen als Partner anzubieten und bei der Umsetzung der Agenda 2030 aktiv mitzuwirken. Damit soll der Einsatz der Bibliotheken für nachhaltige Entwicklung, den sie bereits jetzt leisten, noch mehr Gewicht erhalten: Einbindung aller in der Informationsgesellschaft; lebenslanges Lernen; Verfügbarkeit von IKT-Infrastruktur; Zugang zu Wissen und Recherche; Unterstützung bei der Ausübung von BürgerInnen-Rechten etc.

Die IFLA will mit ihrer aktiven Rolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 auch das fälschlicherweise etwas verstaubte Image von Bibliotheken korrigieren und in der Gesellschaft das Bewusstsein für deren wichtige Aufgaben und Rolle stärken. Frankreich ist diesbezüglich schon weiter, bei uns wird eine Arbeitsgruppe von Bibliothek Information Schweiz (BIS) an ihrer Jahresversammlung im August 2018 eigene diesbezügliche Ideen vorstellen.  

Schliesslich nimmt die IFLA auch am weltweiten Prozess teil, den Fortschritt der nachhaltigen Entwicklung zu beobachten. Der Bericht Development and Access to Information wird regelmässig veröffentlichen, wie es um den globalen Zugang zur Information steht. Die interaktive «Library map of the world» listet und bewertet ihrerseits die Bibliotheken der ganzen Welt vor dem Hintergrund von deren Agenda 2030-Auftrag.

Ziel all dieser Anstrengungen ist, dass möglichst vielen Menschen klar wird, dass sie sich weltweit auf ein dichtes Netz von Bibliotheken abstützen können und dass diese zentrale Instrumente zur Realisierung der nachhaltigen Entwicklungsziele sind. An den nationalen Bibliotheksvereinigungen liegt es jetzt, sich in diesem Sinn zu engagieren. Zum Wohle aller!