Was, wenn alle reisen können?

Veranstaltung
Die Agenda 2030 der UNO strebt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung an – von Armutsbekämpfung bis zu Klimaschutz. Eva Schmassmann diskutiert am Beispiel des Tourismus Zielkonflikte der Agenda 2030; am 2. Februar 2017 bei Alliance Sud InfoDoc.

Datum: Donnerstag, 02. Februar 2017, 18.15 Uhr, anschliessendes Apéro

Ort: Alliance Sud InfoDoc, Monbijoustrasse 29, 3011 Bern

Gast: Eva Schmassmann, Alliance Sud, Fachbereich Agenda 2030 und Entwicklungspolitik

Moderation: Daniel Hitzig, Alliance Sud

 

2015 hat die UNO ihre neuen Entwicklungsziele verabschiedet. Dabei steht die Armutsbekämpfung in einem systemischen Zusammenhang: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung will gleichzeitig mit der Armutsbekämpfung auch den Klimawandel stoppen, das Wirtschaftssystem umbauen, die Ökosysteme schützen und die Teilhabe der Menschen an politischen Institutionen verbessern. Insgesamt wurden 17 Ziele mit 169 Unterzielen formuliert.

Doch: Können diese verschiedenen Ziele alle auf einmal erreicht werden? Welche Auswirkungen haben Fortschritte bei einem Ziel auf die anderen Ziele?

Eva Schmassmann geht diesen Fragen am Beispiel des Tourismus nach. 2014 erreichte die Anzahl internationaler TouristInnen ein Rekordhoch von knapp 1200 Millionen Menschen. Die Hälfte der TouristInnen stammt aus Europa. Werden in der Armutsbekämpfung grosse Fortschritte gemacht, können sich immer mehr Menschen Fernreisen als Ferien leisten. Unter Annahme von «Reisen wie bisher» wird der Klimawandel damit weiter angeheizt. Bereits heute trägt der Tourismus zu 5% der weltweiten CO2-Emissionen bei. Prognosen gehen von einer Verdoppelung der Flugpassagiere bis 2030 aus.

Es wird deutlich: Grundlegende Veränderungen in Politik und Gesellschaft sind notwendig, um Menschen mehr (Reise-)Freiheit zu ermöglichen, ohne die Erde weiter aufzuheizen. «Weiter wie bisher» ist keine Option mehr.