Agenda 2030: Welche Rolle für die NGOs?

Zur Diskussion und Klärung offener Fragen trafen sich NGO-VertreterInnen am 18. Oktober im Progr in Bern.
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Welche Schweizer NGO arbeitet zu welchem Ziel der Uno-Agenda für nachhaltige Entwicklung? Wo und wie wollen die Organisationen der Schweizer Zivilgesellschaft enger zusammenarbeiten?

Welche Schweizer NGO arbeitet zu welchem Ziel der Uno-Agenda für nachhaltige Entwicklung? Wo und wie wollen die Organisationen der Schweizer Zivilgesellschaft enger zusammenarbeiten?

Zum Vernetzungstreffen eingeladen hatten Alliance Sud, das Kompetenzzentrum Friedensförderung, der Schweizerische Gewerkschaftsbund und die Umweltallianz. Rund fünfzig Organisationen, die in verschiedensten thematischen Feldern arbeiten, setzten sich schliesslich intensiv mit der Thematik auseinander. Das wichtigste Fazit der Tagung: Die meisten Organisationen wünschen sich eine Zusammenarbeit, sei dies im Bereich der Sensibilisierung oder wenn es darum geht, die Konsultationen des Bundes im Hinblick auf den für das Jahresende 2017 erwarteten Baseline Report zu koordinieren.

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) feierte im September ihren ersten Geburtstag. Die Schweiz hat am Hochrangigen Politischen Forum der Uno im Juli 2016 erste Umsetzungsansätze präsentiert. Bevor viel Konkretes entstehen kann, muss die Schweiz erst untersuchen, wo sie betreffend Umsetzung steht. Dazu wird geprüft werden müssen, inwiefern die 169 Unterziele der Agenda 2030 erfüllt sind oder nicht. Sämtliche zuständigen Bundesstellen müssen dazu ihre Einschätzung abgeben und den bestehenden Handlungsbedarf ausweisen. Ein wichtiger Schritt, um die Agenda 2030 in der gesamten Verwaltung bekannt zu machen. Darauffolgend sollen zivilgesellschaftliche Akteure konsultiert werden. Diese Konsultationen der zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Privatwirtschaft werden im kommenden Frühling stattfinden.

Die grundsätzliche Absprache zum Thema Agenda 2030 unter Nichtregierungsorganisationen stand im Zentrum des Treffens in Bern, auch im Hinblick auf die Konsultationen des Bundes. Angeschrieben hatten die VeranstalterInnen Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften aus den verschiedensten Bereichen wie Umwelt, Arbeit, Entwicklung, Frieden, Bildung, Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit, Menschen mit Behinderung etc. Das grosse Interesse, auf welche die Konferenz stiess, motiviert alle Beteiligten, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzufahren. Gemeinsam gilt es herauszufinden, wie die Interessen der Zivilgesellschaft am besten eingefordert werden können.

Die Organisationen ordneten im Verlauf des Tages ihre Arbeit den verschiedenen Zielen und Unterzielen zu, neudeutsch Mapping genannt. Erfreulicherweise arbeiten Schweizer NGOs bereits zu jedem der 17 Ziele. Konsens war, dass es eine Zusammenarbeit zur Agenda 2030 brauchen wird. Wie diese genau ausgestaltet wird, ist noch nicht geklärt. Zwei Punkte haben sich jedoch herauskristallisiert: Es gibt viel an Sensibilisierungsarbeit zu leisten und es gilt ein kritisch konstruktives Auge auf die Bundespolitik zu werfen.

Die Vorschläge für die Form der zukünftigen Zusammenarbeit reichten von einer losen Zusammenarbeit zu thematischen Vorlagen des Bundes über eine SDG-Charta für Schweizer NGOs bis zu einer koordinierten Plattform mit einer Kerngruppe unter Einbezug verschiedener bestehender Plattformen oder Netzwerke. In der nächsten Zeit werden die vier einladenden Organisationen gemeinsam mit den Eingeladenen einen Vorschlag zur Form der Zusammenarbeit ausarbeiten. Darüber hinaus soll das Gespräch mit weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft wie etwa der Wissenschaft gesucht werden.