Präferenzzölle für Produkte aus Zwangsarbeit?

Politischer Artikel
Die Verhandlungen zwischen der Schweiz und China für ein Freihandelsabkommen mit China sollen demnächst abgeschlossen werden. Auch Produkte, die aus chinesischen Arbeitslagern stammen, könnten von Präferenzzöllen profitieren.

Dies erklärt Harry Wu, einer der prominentesten Dissidenten Chinas. Er war während 19 Jahren in chinesischen Zwangslagern interniert und lebt heute in den USA. Dort gründete er die renommierte  Laogai Research Foundation, die sich gegen Zwangsarbeit in China engagiert. Harry Wu weilte im September auf Einladung der Plattform China, deren Mitglied Alliance Sud, ist in der Schweiz, .

An gut besuchten Veranstaltungen in Genf und Zürich sowie bei Treffen mit PolitikerInnen, Behörden und Medien wies Wu darauf hin, dass viele chinesische Weltmarktprodukte aus den über 1000 Zwangslagern stammen, in denen zwischen drei und fünf Millionen Gefangene malochen müssen. Viele chinesische Produkte auf dem Weltmarkt stammten aus solchen Lagern. Ohne Gegenmassnahmen sei die Gefahr gross, dass nach Abschluss eines bilateralen Abkommens solche Produkte zu Vorzugszöllen in die Schweiz gelangten.

Die Plattform China hat den Bundesrat deshalb erneut aufgefordert, im Abkommen mit China klare menschenrechtliche Vorgaben zu verlangen und Massnahmen zu ergreifen, damit die Herkunft der chinesischen Produkte besser verfolgt werden kann.

«Pourquoi un accord préférentiel avec une dictature?» (Artikel aus "Le Courrier" über den Besuch von Harry Wu, 3. Oktober 2012)