Schlaflos in Iran / Sören Faika... [et al.]

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Verlag
Berlin : Dt. Levante-Verl., 2017
Bibliotheksstandort
Bern, Bibliothek
Signatur
Z/Zenith
Das Verhältnis der westlichen Welt zu Iran oszillierte in den vergangenen zwei Jahrzehnten zwischen zwei Polen: Kitsch und Kriegsgeschrei. Auf iranischer Seite nimmt man sich in dieser Beziehung auch nicht viel: Wer eben noch auf der Strasse «Tod für Amerika» schreit, täte im nächsten Moment nichts lieber, als sich den neusten Avenger-Streifen im 3D-Kino reinzuziehen und sich danach mit Burger, Pommes und Diet Coke vollzustopfen. Auf der einen Seite die Angst vor einem nuklear bewaffneten Mullah-Staat und seinen fanatischen Märtyrergehilfen, die es eilig haben mit dem Paradies. Auf der anderen eine Persophilie, die kein Halten kennt: Iran? Was für eine Hochkultur, überhaupt die schönste und älteste der Welt. Die Iraner? Was für gebildete Leute! Das Essen? Findet nicht seinesgleichen. Die Filme? Hollywood kann einpacken. Die Frauen? Umwerfend sexy. Die Männer sowieso. Studienreisegruppen aus Tübingen und Tecklenburg schwärmen aus – und sind hingerissen nach ihrer Rückkehr aus dem Lande Hafez’ und der Farah Diba. Doch hin und wieder sieht man auf deutschen Straßen ein paar Unermüdliche mit Transparenten, auf denen «Stop the Bomb!» – «Hinrichtungsweltmeister Iran» und «Keine Geschäfte mit Massenmördern» steht, was darauf schliessen lässt, dass sie die Iran-Begeisterung deutscher Zahnärzte im Ruhestand nicht vorbehaltlos teilen. [Abstract]