Agrarwandel / Sabine Balk ... [et al.]

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Wir brauchen eine grundlegend andere Landwirtschaft. Die Branche ist laut Weltagrarbericht für bis zu 37 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die größten Klimasünden sind die Rodung von Wäldern, die Umwandlung von Grün- in Ackerland sowie der Ausstoß von Stickstoff und Methan wegen Mineraldüngung und Rinderhaltung. Außerdem beschleunigen Umweltzerstörung für landwirtschaftliche Flächen und der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln das weltweite Artensterben.
Die Landwirtschaft ist aber nicht nur Treiber der Klimakrise, sondern sie leidet auch enorm darunter. Dürren, Überschwemmungen und andere Wetterextreme nehmen zu. Die Bauern – vor allem in Entwicklungsländern – müssen bisherige Anbaumethoden, Sorten und Praktiken überdenken. Innovationen und Digitalisierung bieten neue Chancen, wobei traditionelles Bauernwissen eine wichtige Ausgangsbasis bildet. Für Kleinbauern in Entwicklungsländern sind aber neues Wissen, kompetenter Rat und Finanzierungsmöglichkeiten für Innovationen kaum verfügbar. Weder die Infrastruktur noch die politischen Rahmenbedingungen stimmen.
Neben der Klimafrage ist die große Herausforderung der Zukunft: Wie kann die weiter rasant wachsende Weltbevölkerung ernährt werden? [Editorial]