Ernährungssouveränität : Dossier / Peter Rosset ... [et al.]

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Laut Welternährungsorganisation FAO gibt es weltweit etwa eine Milliarde Menschen, die chronisch unterernährt sind. Nach dem Hungerkrisenjahr 2008 ist in Lateinamerika die Zahl der Hungernden 2009 um 12,8 Prozent gestiegen. Der Grund für den Hunger sind nicht fehlende Lebensmittel. Agrarexperten haben berechnet, dass die heutigen landwirtschaftlichen Produktionskapazitäten eigentlich ausreichen, um die Weltbevölkerung zu ernähren, auch die für 2050 prognostizierten 9,2 Milliarden Menschen. Allerdings müsste unser Fleisch- und Fischkonsum drastisch gedrosselt werden. Das weltweit vorherrschende Agrarmodell, das auf den Export von landwirtschaftlichen Rohstoffen und auf industrialisierte Massentierhaltung setzt, gerät immer breiter in die Kritik. Europäisches Milchpulver, Geflügel oder Tomatenmark zerstört mit seinen Dumpingpreisen in anderen Ländern lokale Märkte. Fast sechs Milliarden Euro Agrarsubventionen erhalten deutsche Bauern und Unternehmen jährlich von der EU....