Grenzstädte / Kathrin Zeiske ... [et al.]

Artikel
Auch wenn die mexikanisch-US-amerikanische Grenze immer wieder ins mediale Interesse rückt, ist es keineswegs die einzige Grenze des amerikanischen Kontinents, wo es Konflikte gibt. Und die Probleme sind überall vergleichbar: einerseits Migration, andererseits Schmuggel und Handel mit illegalen Produkten. Migration ist immer dort ein konfliktträchtiges Thema, wo die Einkommensperspektiven und ökonomischen Unterschiede zwischen benachbarten Ländern erheblich sind und wo reaktionäre Politiker*innen im jeweils wohlhabenderen Land systematisch Ängste und Ressentiments schüren. Und der Handel mit illegalen Produkten und Substanzen läuft, solange es Nachfrage danach gibt.
In den Grenzstädten konzentrieren sich viele der Probleme, die es an den Grenzen gibt. Hier warten Migrant*innen oft über Wochen und Monate, um einen Weg zu finden, auf die andere Seite zu kommen. Und hier hat die Organisierte Kriminalität ihre Strukturen und Leute, die ihre Handelswege kontrollieren beziehungsweise ständig neue Wege erschließen.
Gleichzeitig sind viele Grenzstädte Zentren des legalen Warenverkehrs, der in den letzten Jahrzehnten mindestens so stark gewachsen ist wie der illegale Handel. Hier finden sich die meisten Übergänge und Abfertigungsstellen des grenz-überschreitenden Warenhandels. [Editorial]