Menschen der Inseln / Merle Brüggemann ... [et al.]

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Ein begrenzter Raum bedeutet, dass es weder für Menschen noch für die Natur großartige Möglichkeiten gäbe, äußeren Einflüssen auszuweichen: Sei es der Willkür durch Kolonialmächte, dem Missbrauch für Atomwaffentests oder heute vor allem den Folgen des Klimawandels. Eine Flucht ins Landesinnere ist vor allem auf kleinen Inseln zwecklos. Doch in alle anderen Richtungen erstreckt sich der Ozean.
Kein Wunder also, dass viele Insulaner sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden. Die indigenen Kanaken auf Neukaledonien etwa engagieren sich unbeirrt für eine Unabhängigkeit von Frankreich. Die Puerto Ricaner fordern für sich gleiche Rechte wie alle anderen US-Bürger sie besitzen. Indigene Völker auf Fidschi und der Osterinsel lenken erfolgreich Tourismusprojekte in Bahnen, die das Inselleben nicht (weiter) gefährden.
Doch was ist der Notfallplan, wenn der durch den Klimawandel verursachte steigende Meeresspiegel ganze Inseln in Zukunft verschluckt? Selbst darauf stellen sich Insulaner zum Teil ein – obwohl sie den Kampf um ihre Heimat, die einzigartigen und vielfältigen Inselwelten, längst nicht aufgegeben haben. [Editorial]