Politische Gefangene in Kolumbien / Walter Agredo Muñoz... [et al.]

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In den kolumbianischen Gefängnissen herrschen katastrophale Bedingungen – die Überbelegung erreicht in einigen Strafanstalten bis zu 300 Prozent, im Durchschnitt liegt sie bei über 50 Prozent. Die hygienisch untragbaren Zustände in Kombination mit absolut unzureichender Gesundheitsversorgung führen zu Seuchen und Todesfällen aufgrund von heilbaren Krankheiten. Auch absichtlich verdorbenes oder verunreinigtes Essen begünstigt Krankheiten, verschiedene physische und psychische Foltermethoden sind gang und gäbe. Die Strafanstalt La Tramácua in Valledupar wird landläufig gar „der Folterknast“ genannt. Eine Kampagne fordert aktuell die Schließung dieses Knastes, der im Jahr 2000 mit Geldern der US-amerikanischen „Entwicklungshilfe“-Agentur USAID als Bestandteil des Plan Colombia zur Umstrukturierung des kolumbianischen Gefängnissystems erbaut wurde.

Auch wenn das Haftsystem darauf zielt die politischen Gefangenen zu brechen, versuchen sich viele von ihnen dagegen zu wehren. Sie organisieren sich, klagen an und leisten Widerstand hinter den Gefängnismauern. Einige dieser Stimmen aus den Kerkern Kolumbiens kommen
in dieser Ausgabe der ila zu Wort. [Auszug Editorial]