Coronavirus

17.4.2020
E-Dossier
Ein im Aufbau befindliches E-Dossier über die globalen Auswirkungen des Corona-Virus.

Im Dezember 2019 wurden in der chinesischen Grossstadt Wuhan erste Fälle eines neuartigen Coronavirus bekannt. Das hochansteckende Virus COVID-19 hat sich innerhalb weniger Wochen zu einer Pandemie entwickelt, welche sich auf unzählige Lebens- und Wirtschaftsbereiche auswirkt und die Ungleichheit zwischen Nord und Süd deutlich hervorhebt.

Das bisher ungekannte Virus SARS-CoV-2, genannt COVID-19, kann besonders bei älteren und immungeschwächten Menschen zu einer schweren Lungenkrankheit führen. Nachdem sich das Virus schnell von China aus in fast alle Länder der Welt ausgebreitet hat, haben die meisten Staaten strenge Massnahmen ergriffen, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden. Die unterschiedlichen durch die jeweiligen Regierungen verordneten Quarantänemassnahmen, die vom “Social Distancing” bis zu strengen Ausgangssperren reichen, haben gravierende Auswirkungen auf den Alltag fast der gesamten Weltbevölkerung.

Wirtschaft und Handel, Mobilität, Tourismus und soziale Kontakte brachen völlig ein und Millionen von Menschen haben dadurch ihre Arbeit verloren. Besonders für die Länder des Globalen Südens stellen die Massnahmen gegen die weitere Verbreitung des Virus eine enorme Herausforderung dar: Die oftmals ohnehin schon prekären Gesundheitssysteme der Länder können grössere Fallzahlen von COVID-19 nicht stemmen, Hygienemassnahmen sind nur schwierig umzusetzen, enge Platzverhältnisse reichen nicht für den nötigen Sicherheitsabstand. Zudem sind viele auf den täglichen Kontakt mit anderen Menschen angewiesen, da ohne täglich verdientes Geld, etwa auf Märkten, bald der Hunger droht.

Video

World Map Timelapse of the Coronavirus (January to September)

Webseiten

Internationale Organisationen

Die Website der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie die mehrheitlich deutschsprachige Website EURO.WHO liefern umfassende Informationen zur globalen Lage - aktuelle Forschung, Reiseinformationen, Zahlen zu den einzelnen Ländern, aber auch allgemeine Ratschläge zum Umgang mit der Situation. Unter anderem werden auch Verschwörungstheorien und verbreitete Mythen um das Coronavirus aufgeklärt.

Das Informationsportal zu COVID-19 der Vereinten Nationen sammelt ebenfalls Informationen über die Pandemie und listet Links zu wichtigen Ressourcen des UN-Systems auf.

Für Europa bietet die Coronavirus-Krisenreaktion der Europäischen Kommission einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Reaktionen in EU, Pressemitteilungen sowie wichtige Termine. Mit Bezug auf den afrikanischen Kontinent versammelt das COVID-19-Portal der Afrikanischen Union Aktuelles, Lageberichte, Forschungsberichte, Notfallnummern, FAQ, Strategien zur Eindämmung. 

Verschiedene Websites sammeln Daten zur Pandemie und bereiten diese übersichtlich auf. Worldometer fasst die aktuellen Zahlen der COVID-19-Fälle zusammen und listet diese in Grafiken, Tabellen oder auch nach Ländern aufbereitet auf. Mithilfe des Africa Dashboard for Tracking the COVID-19 in Real-Time lassen sich die COVID-19-Fälle in Afrika länderspezifisch verfolgen.

 

Entwicklungszusammenarbeit

Die COVID-19-Pandemie fordert hohen Tribut an Menschenleben und bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Gerade in Ländern, in denen die Menschen ohnehin schon unter Hunger, Mangelernährung und den Auswirkungen von Kriegen und Naturkatastrophen leiden, können die Folgen des Virus besonders verheerend sein. Verschiedene Hilfsprogramme und NGOs bemühen sich deshalb darum, in der Krise den Betroffenen Hilfestellung zu leisten.

Die COVID-19-Portale von verschiedenen NGOs wie Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bieten Informationen zur Krankheit und ihren aktuellen Tätigkeitsberichten.

Die Nothilfe in Krisenzeiten ist das Herzstück des Welternährungsprogramms (WFP). Das WFP passt die Planung aktuell an die Epidemie an und plant 2020 86 Millionen Menschen mit Ernährungshilfe erreichen zu können.

Insbesondere durch die Schliessung von Schulen sind auch Kinder von der Corona-Krise betroffen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF widmet sich unter anderem der Bekämpfung von Fehlinformationen, welche Diskriminierung und Stigma anfeuern. Kinder sollen gesund und sicher bleiben und weiter lernen können.

UN-Habitat setzt sich für die Entwicklung von sozial und ökologisch nachhaltigen Städten ein und bemüht sich um angemessene Unterkünfte mit einem besseren Lebensstandard für alle. 

Weltweit lebt eine Milliarde Menschen in informellen Siedlungen und Slums. UN-Habitat setzt sich dafür ein, dass sie Unterstützung erhalten, um gesund zu bleiben, da es schwierig ist, Massnahmen zum Schutz vor COVID-19 wie Händewaschen und physische Distanzierung zu praktizieren.. 

Das United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) arbeitet eng mit den UNO-Staaten und dem Privatsektor zusammen, um sicherzustellen, dass Finanzmittel und Ausrüstung zur Bekämpfung von COVID-19 in den am stärksten gefährdeten Ländern der Welt zur Verfügung stehen. OCHA sensibilisiert zudem gefährdete Gemeinschaften und nutzt seine Kommunikationskanäle, um die humanitäre Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, wie sie sich vor COVID-19 schützen kann.

Die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) setzt sich für die Förderung der globalen Solidarität durch Bildung, Wissenschaft und Wissen ein. Unter anderem befasst sich UNESCO in der Corona-Krise mit den geschlossenen Schulen.

Der United Nations Population Fund (UNFPA) unterstützt vor Ort das Gesundheitspersonal und insbesonderer Frauen, die überproportional im Gesundheits- und Sozialwesen vertreten sind.

Devex, die Medienplattform für die Community der globalen Entwicklungszusammenarbeit, bietet eine umfangreiche Sammlung von Artikeln zu Problemen, Forderungen und Projekten von NGOs und multinationalen Organisationen. Auch der in Deutschland basierte Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe VENRO bietet Hilfestellung für NGOs in der COVID-19-Krise. 

 

Umwelt

Die Corona-Krise ist eng mit dem Thema Umwelt verflochten und zeigt, dass der Schutz der Umwelt in ganz unterschiedlichen Bereichen von Interesse ist.

Vermutlich ist COVID-19 erstmals auf einem Markt in Wuhan aufgetaucht. Es wird angenommen, dass das Virus über dort verkaufte Wildtiere, z. B. Fledermäuse oder Pangoline (Schuppentiere), auf den Menschen übertragen wurde. Der enge Kontakt zwischen Mensch und Tieren, die auf sogenannten “Wet Markets” meist noch lebendig verkauft werden, ist mehrfach problematisch. Für die ärmere Bevölkerung sind Wildtiere häufig billiges, bezahlbares Fleisch, ein Verbot solcher Märkte hätte entsprechend einschneidende Folgen für die Bevölkerung. Exotische Tiere, nicht selten von gefährdeten Tierarten, werden jedoch häufig weit transportiert und als Delikatesse oder als vermeintliche Heilmittel verkauft. 

Durch den engen Kontakt zwischen Mensch und Tier kann es zudem zu sogenannten Zoonosen kommen, also Krankheiten, die von Tieren auf den Mensch übertragen werden und im schlimmsten Fall zu gefährlichen Pandemien wie COVIC-19 führen können. Virologen wie auch Tier- und Umweltschützer, wie etwa der WWF, befürchten deshalb, dass insbesondere durch die zunehmende Abholzung der Regenwälder und den globalen Handel mit exotischen Wildtieren weitere gefährliche Krankheiten auf den Menschen übergehen könnten.

Als Teil der Massnahmen gegen eine weitere Verbreitung des Virus haben viele Länder die Grenzen geschlossen, Reisen ist häufig fast gar nicht mehr möglich. Die stark reduzierte Mobilität der Menschen hat deutlich sichtbaren Einfluss auf die Umwelt: Die Nutzung fossiler Brennstoffe für Verkehrsmittel, insbesondere von Flugzeugen, geht stark zurück und damit verbunden auch die Luftverschmutzung. Zumindest kurzfristig hat die Krise für die Umwelt also einen positiven Effekt.

 

Wirtschaft

Steigende Arbeitslosenzahlen, sinkende Ölpreise und schwankende Aktienkurse: Das Coronavirus hat auf die globale Wirtschaft Auswirkungen in noch unabsehbarem Ausmass. Die folgenden Websites enthalten laufend aktualisierte Nachrichten und Statistiken zu den Themen Handel, Arbeit, Landwirtschaft, Finanzen und Energie.

  • Covid-19-Portal der Welthandelsorganisation WTO
  • International Labor Association ILO
  • Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO
  • Weltbank
  • Internationaler Währungsfonds IWF
  • UN Trade and Development
  • International Energy Agency IEA

 

Gesellschaft

Der infolge des Virus verhängte Lockdown hat in zahlreichen Ländern zu gesellschaftlichen Spannungen geführt. Auf den Seiten des UNO-Menschenrechtsrats und Amnesty International sowie auf Wikipedia wird laufend über Menschenrechtsverletzungen sowie rassistische/fremdenfeindliche Vorfälle im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise berichtet.