LGBTI

16.6.2020
E-Dossier
Noch immer werden Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität diskriminiert. Dieses Dossier beleuchtet den Stand der Rechte lesbischer, schwuler, bisexueller, transgender und intersexueller (LGBTI) Menschen.

Obwohl immer mehr Staaten die LGBTI-Gemeinschaft vor Diskriminierung schützen und den Betroffenen neue Rechte gewähren, gibt es noch über 70 Länder, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen und nichtgeschlechtskonformes Verhalten unter Strafe stehen. In einigen droht sogar die Todesstrafe. Teilweise sind homophobe Gesetze Erbe aus der Kolonialzeit. Nicht selten nutzen Politiker Homophobie als Mittel, um die eigene Kultur und Tradition zu rechtfertigen, die angeblich vor „fremdem“ Verhalten geschützt werden müssen. Das Dossier befasst sich mit Formen der Diskriminierung und Verfolgung, mit denen Angehörige der LGBTI-Gemeinschaft im globalen Süden konfrontiert sind.

Video

Internationaler Tag gegen Homophobie

Webseiten zu LGBTI und Menschenrechten

Das den Vereinten Nationen angehörende Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte (Office of the High Commissioner for Human Rights, OHCHR) beschäftigt sich mit der weltweiten Situation der Menschenrechte und setzt sich für deren weltweite Anerkennung und Einhaltung ein. Auf der Website, welche Informationen zu Menschenrechten und Menschenrechtsverletzungen aufführt und auch länderspezifisch durchsucht werden kann, sind u.a. UN-Resolutionen zur Bekämpfung von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Gender-Identität zu finden. Unter der Rubrik “Speak up, stop discrimination” werden Diskriminierungsformen aufgeführt, mit denen die LGBTI-Community weltweit konfrontiert ist, und verschiedene Lösungsansätze, Organisationen und Institutionen zu deren Schutz sind aufgeführt.

Zu den rechtlichen Kernverpflichtungen der Staaten in Bezug auf den Schutz der Menschenrechte von LGBTI-Personen gehören die Verpflichtungen: 1) Einzelpersonen vor homophober und transphober Gewalt zu schützen, 2) Folter und grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung zu verhindern, 3) Gesetze aufzuheben, die Homosexualität und Transgender kriminalisieren, 4) die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität zu verbieten und 5) den Schutz der Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit für alle LGBT-Personen zu gewährleisten.

OutRight Action International arbeitet auf internationaler, regionaler und nationaler Ebene an der Erforschung, Dokumentation, Verteidigung und Förderung der Menschenrechte für LGBTI-Menschen auf der ganzen Welt. OutRight ist die einzige LGBTIQ-Organisation, die im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York eine ständige Präsenz hat, um sich mit ihrem besonderen beratenden Status für die Anliegen der Community in diesem wichtigen Weltforum einzusetzen.

Kampagnen, Berichte und NGOs

Mit UN Free & Equal startete das OHCHR 2013 eine globale öffentliche Informationskampagne der UNO, die darauf abzielt, die Gleichberechtigung und faire Behandlung von LGBTI-Personen zu fördern. Mit Videos, Grafiken etc. wird seitdem auf Social Media Material gegen Homophobie und Transphobie geteilt.

Die International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association ILGA setzt sich als Vereinigung nationaler und lokaler Organisationen seit 1978 weltweit für LGBTI-Rechte ein. Die Website bietet aktuelle und übersichtliche Auswertungen und Weltkarten zum weltweiten Stand LGBTI-relevanter Themen (z. B. zu Homophobie, Gesetzeslage, Einstellung zu sexueller Orientierung etc.).

ILGA Europe setzt sich für LGBTI-Gleichstellung und Menschenrechte in Europa und Zentralasien ein. Die bereitgestellten Ressourcen auf der Website umfassen neben einem Glossar auch zahlreiche Strategiepapiere  und Toolkits.

Amnesty International Schweiz engagiert sich in globalen und regionalen Kampagnen von Amnesty International zu Menschenrechtsthemen und bietet zu sexueller Orientierung und Diskriminierung eine Sammlung relevanter Artikel. Mit Queeramnesty setzt sich zudem eine Sektion ausschliesslich für die Rechte von LGBTI-Menschen  ein, indem beispielsweise für die Situation von  Asylsuchenden sensibilisiert wird oder Hate Crimes ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Der Trans Legal Mapping Report ist ein Forschungsprojekt des ILGA World's Gender Identity and Gender Expression Programme. Der 2016 erstmals veröffentlichte Bericht bietet eine weltweite Zusammenstellung von Gesetzen, Richtlinien und Prozessen, die es Menschen mit trans- und geschlechtsspezifischen Merkmalen und Namen auf offiziellen Dokumenten ermöglichen, ihr Geschlecht bzw. ihre Geschlechtszugehörigkeit zu ändern. Der Bericht zeigt Diskriminierungsfälle, aber auch progressive Beispiele auf und ist u.a. Grundlage für Anwälte und Aktivisten, um in Verhandlungen mit nationalen Regierungen Veränderungen herbeiführen zu können.