Multis und Menschenrechte

E-Dossier
Wie halten es die multinationalen Unternehmen mit der Einhaltung menschenrechtlicher, sozialer und ökologischer Standards? Welche Instanzen wachen darüber? Ausgewählte Quellen zur Beantwortung von Fragen rund um die Unternehmensverantwortung.
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Was Multis uns verbergen

Amnesty Schweiz

Einführendes

Die Informationsplattform humanrights.ch führt ins Thema «Wirtschaft und Menschenrechte» ein und bietet weiterführende Links zum Thema an. Auf die Fragen was transnationale Unternehmen sind und welche Problematik mit ihnen verbunden sind, wird im Dossier «Transnationale Unternehmen (TNC): Worum geht es?» eingegangen. Das Dossier «Multinationale Unternehmen (MNU)» der Bundeszentrale für poltische Bildung (bpb) gibt ebenfalls einen Überblick über das Thema. Die einführenden Texte werden von Infografiken begleitet.

Beiträge zu Unternehmensverantwortung finden sich auch auf Webseiten verschiedener Schweizer NGOs: Brot für alle: Wirtschaft und Menschenrechte, Fastenopfer: Nachhaltiges Wirtschaften und Amnesty Schweiz: Wirtschaft und Menschenrechte.

Wer sich zu Menschenrechtsverletzungen von Schweizer Multis kundig machen will, ist auf der Website von MultiWatch mit Dossiers wie z.B. Arbeitskonflikte, Land Grabbing, Steuervermeidung & Korrpution, Umweltkonflikte richtig. Zu jedem Thema gibt es eine Fallübersicht und betroffene Konzerne werden aufgelistet.

Mit juristischen Mitteln gegen Menschenrechtsverletzungen von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren geht die unabhängige Menschenrechtsorganisation ECCHR, European Center for Constitutional and Human Rights vor.

Eine Datenbank mit Firmen, Investoren, kritisierten Fällen, die u.a. Profit aus Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung ziehen, findet sich auf der Website der Kampagne Facing Finance. Den Fokus auf die OECD-Leitsätze legt das Netzwerk OECD Watch.

Die Suche nach Thema, Land, Branche und Firmenname ermöglicht die wohl umfassendste Informationsquelle zum Spannungsfeld Multis und Menschenrechte – verzeichnet sind gut 5000 Unternehmen in über 180 Ländern: Business and Human Rights Resource Center.

Reporte, Artikel und Videos liefert der Think Tank «Share The World's Resources (STWR)» zu Fragen der globalen Gerechtigkeit: Multinational Corporations.

Das im April 2011 eröffnete Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR)  befasst sich mit dem Themenbereich Menschenrechte und Wirtschaft.

«B-HRD, pronounced 'Be Heard'» – gehört werden, darauf zielt das interaktive Informationsportal, das sowohl NGOs, Fachpersonen und die interessierte Öffentlichkeit anspricht: Business and Human Rights Documentation Project.

Über die Folgen der Aktivitäten der Multis für Mensch und Umwelt informiert stets aktuell und mit einer nach Unternehmen, Branche oder Thema durchsuchbaren Website das Centre for Research on Multinational Corporations.

Das dänische Institut für Menschenrechte verfügt nach eigenem Bekunden weltweit über die grösste Anzahl ExpertInnen mit Fokus Human Rights and Business.

Unternehmen und natürliche Ressourcen, (Arbeits-)Migration, Sorgfaltspflicht (due diligence), das sind einige der Themen des New Yorker Institute for Human Rights and Business, IHRB.

Wer ExpertInnen oder Organisationen im Bereich Wirtschaftsethik sucht, findet diese über das globale Netzwerk globethics.net im Directory of Business Ethics.

 

Rahmenwerke für Unternehmensverantwortung

Im Zusammenhang mit der Förderung von verantwortungsvoller Unternehmensführung gelten die Instrumente und Initiativen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation), OECD (Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit) und UNO als wichtigste Standards.

Die ILO legt die Kernarbeitsnormen und die Grundsätze für Multis über das Multinational Enterprises Programme fest.

Die OECD-Leitsätze für Multis sind nicht rechtsverbindliche Empfehlungen der OECD-Mitgliedsländer und weiterer Regierungen. Sie stellen den einzigen multilateral vereinbarten und umfassenden Kodex für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln dar. Das Berlin Centre der OECD liefert einen deutschsprachigen Einstieg ins Thema «Unternehmen und Industrie».

Der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan initiierte 1999 den Global Compact (GC) zwischen UNO und Wirtschaftsunternehmen. Unternehmen, die sich dem Pakt anschliessen, verpflichten sich freiwillig, zehn Prinzipien im Bereich Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung umzusetzen. Ein breites Info-Angebot bietet auch das Deutsche Global Compact Netzwerk an.

Eine weitere Initiative der UNO, einen Rechtsrahmen für Unternehmensverantwortung durchzusetzen, sind die Vorschläge ihres Sonderbeauftragten für Menschenrechte und Unternehmen, John Ruggie. Ende Mai 2011 legte Ruggie dem UNO-Menschenrechtsrat seinen Schlussbericht, oder kurz die Ruggie-Guidelines, vor. Das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR) dokumentiert diesen Prozess: Leitlinien des Sonderberichterstatters. Seit November 2011 besteht die UNO-Arbeitsgruppe für Menschenrechte und Multis: Working Group on the issue of human rights and transnational corporations.

 

Rankings

Seit 1970 gibt die «Handelszeitung» eine Broschüre und den «Special: Swiss Top 500» heraus (nur Print); Teildaten sind online abrufbar: Top 500 : die grössten Unternehmen der Schweiz.

Das US-amerikanische Wirtschaftsmagazin «Fortune» publiziert jährlich ein Ranking der weltweit mächtigsten Unternehmen: Global 500. Auch das US-Magazin «Forbes» legt jährlich ein globales Ranking der 2'000 weltgrössten Konzerne vor, gewichtet nach Umsatz, Gewinn, Vermögen, Marktwert: Forbes Global 2000.

 

Kampagnen zur Unternehmensverantwortung

Die Schweiz ist Heimatstaat von überdurchschnittlich vielen Multis und trägt somit eine besondere Verantwortung für deren Geschäftstätigkeit. Vor dem Hintergrund des ECCJ-Netzwerkes lancierten am 3. November 2011 rund 50 zivilgesellschaftliche Organisationen in der Schweiz die gemeinsame Kampagne: Recht ohne Grenzen. Klare Regeln für Schweizer Konzerne. Weltweit. 89 Organisationen haben inzwischen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert.

Website der europaweiten Plattform von Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und akademischen Institutionen, die zum Thema Unternehmensverantwortung arbeiten: European Coalition for Corporate Justice (ECCJ). Website der Organisationen, welche die ECCJ-Kampagne in Deutschland tragen: CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung.