Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz

Unternehmenssteuerreform III
E-Dossier
Wer ist in der Schweiz verantwortlich für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (EZA)? Wo engagiert sich die Schweiz? Und wie viel Geld wird wofür eingesetzt? Dieses Dossier bietet einen Überblick.

Für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit sind in der Schweiz Bund, Kantone und Gemeinden zuständig. Den Grossteil der öffentlichen Entwicklungsgelder setzen die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ein. Sie leisten Beiträge zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Ländern des globalen Südens (sogenannte Entwicklungsländer).

Die Grundlage der Schweizer EZA steht in der Bundesverfassung (Art. 54/2): «Der Bund [...] trägt namentlich bei zur Linderung von Not und Armut in der Welt, zur Achtung der Menschenrechte und zur Förderung der Demokratie, zu einem friedlichen Zusammenleben der Völker sowie zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.»

Ziele, Formen und Finanzierung sind im Bundesgesetz über die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe festgehalten.

Dieses Dossier bezieht sich explizit auf die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit. Das Engagement von privaten Hilfswerken, Nichtregierungsorganisationen und der Privatwirtschaft wurde nicht berücksichtigt.

Schweizer Akteure der Entwicklungszusammenarbeit

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ist die «Agentur für internationale Zusammenarbeit im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)». Auf ihrer Website stellt sie sich in einem Kurzporträt vor – auch in Videoform.

Auf der Website der DEZA finden sich Infos zu Aktivitäten, Themen, Schwerpunktländern oder einzelnen Projekten: Aktivitäten – verschiedene Mittel. Diese gibt Auskunft über die verschiedenen Bereiche der Entwicklungszusammenarbeit der DEZA. Den grössten Anteil hat die Entwicklungszusammenarbeit im Süden sowie die mulitlaterale Entwicklungszusammenarbeit. Diese wird mit UNO-Organisationen oder Entwicklungsbanken durchgeführt. Die humanitäre Hilfe ist nicht Teil der (langfristig ausgerichteten) Entwicklungszusammenarbeit. Bei der Suche nach konkreten Projekten der DEZA hilft die Projektdatenbank.

Über die Wirksamkeit und die Ergebnisse ihrer Arbeit informiert die DEZA unter der Rubrik Resultate und Wirkung.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO ist «das Kompetenzzentrum des Bundes für alle Kernfragen der Wirtschaftspolitik» im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF und engagiert sich auch in der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit: Kurzporträt SECO Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit.

Auf der Seite zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung des SECO finden sich neben anderen Materialien zur Schweiz in den multilateralen Entwicklunsbanken, Ländern, in denen das SECO tätig ist, sowie zur Wirkung der Projekte.

Über Finanzbeiträge der DEZA, des SECO wie auch von weiteren Bundesstellen, Kantonen und Gemeinden geben die Zahlen und Statistiken auf der Website der DEZA Auskunft.

 

Was ist die APD?

Die öffentliche Entwicklungshilfe "Aide publique au développement" - kurz APD - der Schweiz umfasst alle Beiträge des Bundes, der Kantone und der Gemeinden, die für die Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit eingesetzt werden. Die genauen Zahlen werden gemäss internationalen Richtlinien des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erfasst. Die Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, 0,5% des Bruttoinlandeinkommens (BNE) für die APD einzusetzen. Sie liegt damit unter dem international gesetzten Ziel von 0,7%.

Nebst den direkten Zahlungen an Entwicklungsländer werden auch Projekte multilateraler Entwicklungsorganisationen wie der UNO oder der Weltbank von der Schweiz finanziell unterstützt. Ein Grossteil der Zahlungen wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza und vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco getätigt. Damit umfasst die APD die Projektausgaben und Beiträge der Deza und des Seco, aber eben auch die verschiedenen Beiträge an internationale Organisationen. Hinzu kommen die Verwaltungskosten für die internationale Zusammenarbeit. Ein kleiner Restteil des Budgets wird von der Abteilung Menschliche Sicherheit AMS des EDA oder anderen Bundesämtern, die Beiträge von Kantonen und Gemeinden zugunsten von Entwicklungsländern koordinieren, ausgegeben.

 

Zahlen und Statistiken zur APD

Die Deza liefert genaue Überblickszahlen aus den letzten Jahren und weitere Dokumente zur APD zum herunterladen. Das Seco berichtet über den Rückgang der APD 2017 und belegt diese mit Statistiken. Und auch die Alliance Sud liefert Fragen und Antworten zur APD der Schweiz.

 

Webseiten

Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bilanzieren regelmässig im «Reality of Aid Report» die Leistungen der Entwicklungszusammenarbeit. Eine Bilanz zu den Bemühungen der Schweiz im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit zieht jeweils der «Social Watch Report».

Ebenso prüft und bewertet das Komitee für Entwicklungshilfe (Development Assistance Committee/DAC) der OECD die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz und anderer Industriestaaten: Development Assistance Committee (DAC)

Die Informationsplattform humanrights.ch hat ein übersichtliches Dossiers zur Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz mit Fokus auf die Menschenrechte zusammengestellt: Der Menschenrechtsansatz in der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Forschungsstelle Dodis, «Diplomatische Dokumente der Schweiz», hat ein zeitgeschichtliches Dossier zum Beginn der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit erstellt. In der Datenbank finden sich zudem zahlreiche historische Dokumente zur Entwicklungszusammenarbeit, der humanitären Hilfe und anderen aussenpolitischen Themen: Datenbank von Dodis.

Und last but not least: Auf unserer eigenen Seite, der Webseite von Alliance Sud, erscheinen regelmässig Artikel, welche die Ausrichtung der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und -finanzierung kommentieren: Entwicklungspolitik.

Online-Artikel

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E-Dokumente, Bücher und Zeitschriften

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Multimedia

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