Der Kampf der Indigenen im Amazonasgebiet

Veranstaltung
Bern - Flurina Doppler berichtet im Gespräch mit Daniel Hitzig (Alliance Sud) vom Kampf der Kukama-Indigenen im peruanischen Amazonasgebiet gegen die Erdölverschmutzung und das Megaprojekt Amazonas-Wasserstrasse.

Datum, Zeit: Donnerstag, 24.10.2019, 18h15

Ort: Alliance Sud InfoDoc, Monbijoustrasse 29, 3011 Bern

Gast: Die Ethnologin und Sozialanthropologin Flurina Doppler war von 2015 bis 2018 als Fachperson von COMUNDO beim Forum Solidaridad Perú tätig, wo sie das Forum im Bereich Lobbying und bei der nationalen und internationalen Vernetzung unterstützt hat. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit bildete die Vorbereitung und Durchführung des 8. Amazonas-Sozialforum, das Ende April 2017 in Peru stattgefunden hat.

Moderation: Daniel Hitzig (Alliance Sud)

Anmeldungen: Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erwünscht an [email protected] oder 031 390 93 37

 

Für die Kukama-Indigenen im peruanischen Amazonasgebiet hat der Fluss eine besondere Bedeutung. Er ist «die grosse Schlange», der Muttergeist, der sie beschützt und in dem zugleich zahlreiche Geister leben, die wiederum den Fluss beschützen. Im Fluss leben die Körper und Seelen der Verschwundenen und im Fluss befinden sich die Geschichte und die Erinnerungen des Kukama-Volkes. Mit diesem Hintergrund kämpfen die Kukama-Indigenen im peruanischen Regenwald gegen die Erdölverschmutzung und das Megaprojekt Amazonas-Wasserstrasse.

2014 liefen bei einem Leck an der Ölpipeline, die durch den nördlichen Regenwald verläuft, mehr als 3000 Fass Erdöl in den Fluss. Die Kukama aus Cuninico und den umliegenden Dörfern verfügen auch Jahre später noch über kein sauberes Trinkwasser und über keine adäquate Gesundheitsversorgung. Zudem erhielten sie auch keine Wiedergutmachung für die erlittenen Schäden. In Peru gab es in den letzten 20 Jahren rund 200 Öllecks, die meisten davon im sehr fragilen Ökosystem des Amazonasgebietes. 

Die Kukama kämpfen nicht nur gegen die Verschmutzung ihres Lebensraums durch das Erdöl, sondern auch gegen das Megaprojekt Amazonas-Wasserstrasse. Mit der sogenannten Hidrovía Amazónica soll auf dem Amazonas und drei Zuflüssen die ganzjährige Schiffbarkeit gewährleistet werden, um so den Warenverkehr zwischen Brasilien und der peruanischen Pazifikküste zu erhöhen.

Flurina Doppler berichtet über den Kampf der Kukama-Indianer im peruanischen Regenwald im Gespräch mit Daniel Hitzig.