Gerechtigkeit im Ausverkauf?

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Der Abbau mineralischer und fossiler Rohstoffe sowie die zunehmende Nutzung landwirtschaftlicher Flächen durch Agrarkonzerne und geplante Megaprojekte im Infrastrukturbereich (Häfen, Ölpipelines, Eisenbahntrassen) werfen viele Fragen auf. Vor allem der Schutz von Menschenrechte und Fragen einer gerechten Verteilung der Erträge bewegen viele AkteurInnen. Eine Annäherung an das Thema gelang dem Studientag "Gerechtigkeit vor dem Ausverkauf?!", gemeinsam vom Tanzania-Network und der RLS organisiert. VertreterInnen aus Zivilgesellschaft, Politik und Privatwirtschaft kamen zusammen. Einigkeit bestand in der Bedeutung und Möglichkeit von Rohstoffabbau für eine strukturelle sozioökonomische Transformation. Deutlich wurden jedoch auch die Unterschiede in der Strategie. So plädierten zivilgesellschaftliche VertreterInnen für eine starke, auch wirtschaftliche Rolle eines „Development State“, andere sahen eher die Privatwirtschaft in der Pflicht, Entwicklungsprozesse anzuschieben und dabei auch auf die Einhaltung von Menschenrechte zu drängen. Provokant blieb die These, dass viele der geplanten Megaprojekte eher einer (Selbst)Beruhigung der Politik und einer Ruhigstellung der Öffentlichkeit dienen – jedoch kaum an ihrer Umsetzung gearbeitet wird. (Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin, 29.bis 30.10.2016).