Klimaschutz braucht eine Flugticketabgabe!

Medienmitteilung
Verkehrs-, umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen appellieren mit «Klimaschutzengeln» an den Nationalrat, eine Flugticketabgabe einzuführen.

Medienmitteilung vom 10. Dezember 2018

Die verkehrs- und umweltpolitischen Organisationen umverkehR, der VCS Verkehrs-Club Schweiz, WWF Schweiz, die Schweizerische Energie-Stiftung (SES), die Koalition Luftverkehr Umwelt und Gesundheit KLUG, Alliance Sud und die Klima-Allianz (mit über 70 Organisationen) haben mit einer bildstarken Aktion an das Parlament appelliert, eine Flugticketabgabe einzuführen. Zwei «Klimaschutzengel» haben diese Forderung für einen wirkungsvollen Klimaschutz vor das Bundeshaus getragen. Heute wird im Nationalrat im Rahmen der CO2-Gesetzesrevision die Flugticketabgabe behandelt.

Der Luftverkehr ist bereits für über 18% des menschengemachten Klimaeffekts der Schweiz verantwortlich – und die Prognosen zeigen weiter nach oben. Wenn nichts Konkretes unternommen wird, wird der Luftverkehr bis 2030 zum grössten Treiber des Klimaeffekts der Schweiz. Trotz der hohen Treibhausgasemissionen ist der internationale Flugverkehr von der Kerosinsteuer, der Mehrwertsteuer und der CO2-Abgabe befreit. Die Luftfahrt ist also heute erheblich subventioniert, was zu sehr günstigen Flugpreisen führt und die Nachfragezunahme weiter beschleunigt. Deshalb ist es höchste Zeit, dass die Schweiz die Flugticketabgabe einführt, um ein Minimum an Kostenwahrheit herzustellen und die negativen Auswirkungen des Luftverkehrs auf das Klima zu senken.

Das Parlament hat die Möglichkeit, mit der Einführung einer Flugticketabgabe im Rahmen der Revision des CO2-Gesetzes einen ersten Schritt in die richtige Richtung zu tun. Eine ähnliche Abgabe existiert bereits in zahlreichen europäischen Ländern wie England und in sämtlichen Nachbarländern.

In der Schweiz ist eine CO2-Abgabe auf Heizöl längst als Lenkungsmassnahme akzeptiert. Dass die Akzeptanz einer Flugticketabgabe in der Bevölkerung hoch ist, belegen Umfragen des Forschungsinstituts gfs-zürich im Auftrag der SES. Eine Mehrheit befürwortet die Einnahmen aus einer Flugticketabgabe in Klimaschutzprojekte in der Schweiz zu investieren.

Will die Schweiz die Pariser Klimaziele erreichen, muss sie ihre Verkehrs- und Klimapolitik zwingend anpassen. Die Pariser Klimaziele wollen die Klimaerwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius und besser 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Zeitalter begrenzen. Ohne Reduktion der Flugverkehrs-Emissionen kann dieses Ziel nicht erreicht werden.

Die Organisationen umverkehR, VCS Schweiz, WWF Schweiz, die Schweizerische Energie-Stiftung, die Koalition KLUG, Alliance Sud und die Klima-Allianz (mit über 70 Organisationen) fordern, dass das Parlament jetzt Verantwortung übernimmt. Will die Schweiz eine wirkungsvolle Klimaschutzpolitik umsetzen, muss sie eine Flugticketabgabe einführen.

Kontakt: Jürg Staudenmann, Klimapolitik-Verantwortlicher, Alliance Sud, 079 152 41 72