Chile / Joaquín Molina ... [et al.]

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„Etwas Großes ist passiert und setzt sich fort. Angesichts der Entschlossenheit und Freude der Beteiligten läuft uns immer wieder ein Schauer über den Rücken.“ So euphorisch berichten unsere Autorinnen vom 8. März 2020 aus Chile, an dem 1,8 Millionen Frauen in der Innenstadt von Santiago auf der Straße waren. Dieses „Große“ ist die soziale Explosion im Land seit dem 18. Oktober 2019. Seitdem begehren erhebliche Teile der chilenischen Bevölkerung gegen das politische und wirtschaftliche Modell des Landes auf, gehen regelmäßig auf Demonstrationen, organisieren sich basisdemokratisch in Nachbarschaftsversammlungen.

Diese gigantische Mobilisierung ist nun durch die Verbreitung des Coronavirus und den von der Regierung ausgerufenen Katastrophenalarm (vorerst) zum Erliegen gekommen. [Editorial]