Gier nach Land : Land Grabbing in Südostasien / Theodor Rathgeber... [et al.]

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Wenn ein Land die Ressourcen nicht selbst hergibt, hol sie dir woanders. Ein Maxime, die scheinbar immer öfers Anwendung findet. Das Ergebnis: Land Grabbing. Die stetige Verringerung von natürlichen Ressourcen bei gleichzeitigem Bevölkerungszuwachs, stellt viele Staaten vor große Probleme. Die Nahrungssicherung der eigenen Bevölkerung kann durch wachsende Industrien und Städte auf Dauer kaum noch gewährleistet werden.

Aber nicht nur die Länder, in denen es an lebensnotwendigen Ressourcen fehlt, benötigen die landwirtschaftlichen Flächen aus dem Ausland, sondern auch Industrienationen wie Deutschland und die EU. Biokraftstoffe auf Basis pflanzlicher Öle sind auf dem Vormarsch und sollen in Zukunft die fossilen Brennstoffe ersetzen. Neben Raps und Weizen, sind insbesondere die in Südostasien verbreitete Ölpalme und die Jatropha, Hauptlieferant für Biokraftstoffe. Der Ertrag dieser Anbaugebiete wird nach China aber auch in die Europäische Union exportiert. Um an das Ackerland der Menschen in Südostasien zu gelangen, sind den Importländern und den staatlichen und privaten Akteuren der Exportländer viele Mittel recht. Von den Folgen des Land grabbings sind häufig die Kleinbauern und bäuerinnen negativ betroffen; Vertreibung und Armut sind nur zwei Beispiele.

Also, wie kann ein Konsens für beide Seiten gefunden werden, und wenn er gefunden wurde, wie sieht dieser aus? Aber nicht nur auf internationaler Ebene muss sich etwas ändern, vor allem auf nationaler, politischer und rechtlicher Ebene müssen Änderungen erfolgen, die den Bauern mehr Rechte zukommen lassen. Außerdem darf die ökologische Verantwortung seitens der Importländer nicht einfach außer Acht gelassen werden. Mit diesen und anderen Problemen zum Thema Land Grabbing in Südostasien beschäftigt sich diese Ausgabe der südostasien. [Editorial]