(K)ein Recht auf Spiel : Brasiliens Kinder und die Fußball-WM 2014 : Dossier / Jürgen Schübelin... [et al.]

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Global zählt Brasilien zweifellos zu den weltwirtschaftlichen Aufsteigern der letzten Jahre. Als Zeichen eines gewachsenen Selbstbewusstseins wird der größte lateinamerikanische Staat dieses Jahr mit der Fußballweltmeisterschaft – der Copa – und 2016 mit den
Olympischen Spielen zwei internationale Megaeventos ausrichten.

Die Regierung unter Präsidentin Dilma Rousseff will die Begeisterung rund um die Copa nutzen, um bei den Wahlen im Herbst im Amt bestätigt zu werden. Auch in den
internationalen Medien soll das Bild einer Erfolgsgeschichte, durchaus im historisch nicht unumstrittenen Sinne von „ordem e progresso“ (Ordnung und Fortschritt), wie es auf der brasilianischen Fahne steht, verankert werden. Und die Freude am Sportereignis soll im Mittelpunkt stehen.

Dennoch werden im Land Stimmen der Zivilgesellschaft lauter, die auch die Schattenseiten der Copa kritisieren. Zwangsräumungen für Baumaßnahmen, namhafte
Kürzungen im Sozial- und Bildungsbudget ein hohes Gewaltpotential bei Polizeiaktionen in den Städten (...). [Auszug Editorial]