Wasser – ein Menschenrecht / Diego Andrés Martínez Zambrano... [et al.]

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Das Recht auf sauberes Trinkwasser ist ein Menschenrecht, das für über eine halbe Milliarde Menschen auf dem Planeten nicht gewährleistet ist. Und das von vielen Seiten unter Druck gerät, nicht nur aufgrund des Klimawandels. An erster Stelle steht die Landwirtschaft, genauer gesagt die weltweit vorherrschende industrielle (Export-)Landwirtschaft, die mit massivem Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und zum Teil sehr hohem Wasserbedarf produziert. Das hat auch das «Tribunal Latinoamericano del Agua» festgestellt, das sich bereits vor 21 Jahren gründete, um Wasserkonflikte zu dokumentieren und anzuklagen. Die meisten Konflikte um Wasser entstünden in Folge von agrarindustrieller Verschmutzung, gefolgt von Bergbauprojekten, Staudämmen und Wassertransfers, also von umgeleitetem Wasser, das in die Landwirtschaft oder die Versorgung der immer weiter wachsenden Städte fliesst. Wenn das Wasser in den Städten nicht von weither rangeschafft wird, sondern in immer tieferen Schichten nach Wasser gesucht wird, dann können solche Situationen wie in Mexiko-Stadt entstehen: Die dortigen Erdbeben werden immer öfter nicht durch seismografische Erschütterungen ausgelöst, sondern durch Bodenabsenkung – neben den sehr speziellen Bodenbedingungen vor Ort, hervorgerufen durch dichte Besiedelung und eben massive Wasserentnahme. [Auszug Editorial]