Jetzt braucht es klimaverträgliche Gesetze

Klimaallianz Schweiz
10.11.2020
Press release
Die Erkenntnisse des am 09. November veröffentlichten Klimaverträglichkeitstests des BAFU bestätigen das Versagen der aktuellen Politik des Bundesrates, auf freiwillige Massnahmen zu setzen.

Medienmitteilung der Klima-Allianz Schweiz

Mit ihren Investitionen und Finanzierungen befördert die Finanzbranche nach wie vor eine globale Erwärmung,  die das Klimaziel des Pariser Abkommens von maximal 1.5 Grad wesentlich überschreitet. Die Klima-Allianz fordert Regulierungen.

Der Bericht des BAFU bestätigt: Banken, Versicherungen und Pensionskassen verhindern durch ihr Investitionsverhalten nach wie vor, dass die Schweiz ihren fairen Beitrag zur Umlenkung der Finanzflüsse gemäss dem Pariser Klimaabkommen leistet.

So zeigt das am 1. November durch die Klima-Allianz veröffentlichte Klima-Rating der Pensionskassen, der Suva und des AHV-Fonds: 92 Prozent des Vorsorgekapitals wird nicht klimaverträglich angelegt. Drei Jahre nach der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens durch die Schweiz ignorieren die Pensionskassen noch weitgehend die Klimarisiken. Es werden nur 8 Prozent der Vorsorgegelder der Schweiz durch Institutionen angelegt, die ihre Investitionen auf eine konsequente Reduktion der finanzierten Treibhausgasemissionen ausrichten.

«Die Banken dürfen keinen Firmen Geld geben, die besonders schädliche fossile Brennstoffe wie Kohle oder Öl beziehungsweise Gas aus Fracking oder Teersanden herstellen oder verbrennen», sagt Peter Haberstich, Kampagnenleiter Klima und Finanzwirtschaft von Greenpeace Schweiz. «Für solche Energieträger gibt es in der jetzigen Situation keine Legitimation».

Die EU ist der Schweiz voraus: Banken, Pensionskassen und die weiteren Finanzakteure müssen ihre Strategien zur Reduktion der finanzierten Treibhausgasemissionen offenlegen. Mit diesem Schritt wird die Finanzwirtschaft verpflichtet, die sich abzeichnenden Wertverluste auf den Investitionen in Unternehmen der fossilen Wirtschaft zu vermeiden.

«Die Klima-Allianz fordert Bundesrat und Politik auf, die Bestimmungen der EU zum verbesserten Management von klimabedingten Finanzrisiken sowie zur Umlenkung der Finanzflüsse sofort und vollständig ins Schweizer Recht zu übernehmen», sagt Christian Lüthi, Geschäftsleiter der Klima-Allianz: «An die Stelle des bisherigen Laissez-Faire muss die aktive Steuerung treten. Finanzinstitute sind zu verpflichten, die von ihnen finanzierten Treibhausgasemissionen offenzulegen. Banken, Versicherungen, Vermögensverwalter und Pensionskassen müssen verbindliche Handlungspläne festlegen, damit sie ihr Geschäft klimaverträglich ausrichten.»

 

Für Rückfragen:

Christian Lüthi, Geschäftsleiter, Klima-Allianz​, Tel. +41 76 580 44 99, [email protected]

Peter Haberstich, Kampagnen-Verantwortlicher Klima und Finanzwirtschaft,Greenpeace Schweiz​, Tel. +41 76 337 44 49, [email protected]