Green Grabbing : Naturschutz zu welchem Preis? / Ruedi Suter... [et al.]

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Eine grüne Wirtschaft, der Schutz der Natur, die Erhaltung der Artenvielfalt – all dies sind Ziele, die die meisten von uns hochhalten. Doch wie dieses Heft an verschiedenen Beispielen aufzeigt, haben Massnahmen zur Erreichung dieser Anliegen oftmals schwerwiegende negative Folgen für die Menschen in den betroffenen Gebieten. Denn Naturschutzgebiete werden kaum je in menschenleeren Räumen errichtet. Da sie den Zugang von Menschen, aber auch von Nutztieren einschränken, erzeugen sie Druck auf angrenzende landwirtschaftliche Gebiete und behindern die Autonomie der Bevölkerung. Nur beschränkt können Naturschutzpärke Beschäftigungsmöglichkeiten für diese Menschen bieten, und oft folgen sie den wirtschaftlichen und politischen Interessen internationaler Akteure. Auch dort, wo grosse Beschäftigungsprogramme für ökologische Massnahmen implementiert werden, wie in Südafrika, bleibt ein grosses Ungleichgewicht bestehen. Die Definitionsmacht darüber, wie die Zukunft einer Region aussehen soll, liegt in den seltensten Fällen bei deren BewohnerInnen, und sie wird massgeblich von internationalen Kapitalflüssen gesteuert. Weltweit suchen AnlegerInnen nach sinnvollen, nachhaltigen und ökologisch vertretbaren Investitionsmöglichkeiten. Es ist somit auch unser Geld, das im Spiel ist, wenn Land zum Zwecke des Naturschutzes veräussert wird. Wir sind deshalb gefordert, genau hinzusehen und uns über die Prozesse, die mit unserem Geld mitgetragen werden, Rechenschaft abzulegen. [Abstract]