Seelische Gesundheit / Samir Abi ... [et al.]

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Psychische Störungen sind fast überall auf der Welt tabuisiert. Betroffene gelten als verhext oder besessen, oder ihnen selbst wird die Schuld an ihrem Zustand zugeschrieben. Manche psychische Leiden gehen mit starken Verhaltensauffälligkeiten einher. Dafür werden die Kranken verachtet, nicht ernst genommen, gefürchtet und gehasst. [...] Die Methoden der westlichen Psychiatrie sind vielerorts ebenso wenig verbreitet wie Psychotherapie.
Psychische Störungen nehmen weltweit zu. Geheilt werden können sie meist nicht – aber therapiert. Das ist eine wichtige, entwicklungsrelevante Aufgabe: Wer psychisch belastet ist, kann seinen Alltag schlechter bewältigen
als andere, was sich auf Bildung, Arbeit und Sozialleben auswirkt. Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt es: „Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit.“ Folglich schließt das dritte Sustainable Development
Goal ( SDG) zu Gesundheit und Wohlergehen die psychische Gesundheit explizit mit ein. Um es zu erreichen, muss laut WHO gerade im Hinblick auf psychische Gesundheit viel mehr unternommen werden. [Editorial]