Armut aus Sicht der Armen : ethnologische Forschung zur Nachhaltigkeit und Reziprozität in der Entwicklungszusammenarbeit / Imke Schulte

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Armutsbekämpfung ist eines der zentralen Ziele der UN für nachhaltige Entwicklung und damit Thema politischer und wissenschaftlicher Debatten. Schulte untersucht die Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit internationaler Hilfsprojekte von Nichtregierungsorganisationen am Beispiel der Provinz Urubamba in Peru, denn in dieser touristischen Region in der Nähe der ehemaligen Inka-Hauptstadt Cusco lebt die Mehrheit der lokalen Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Ihre Ergebnisse gewinnt Schulte aus einer umfassenden qualitativen Studie, der eine kritische Überprüfung zentraler Begriffe vorausgeht. Was bedeuten die Begriffe «Armut» und «Entwicklung» sowie das Konzept des «Buen Vivir», des «Guten Lebens», für die verschiedenen Akteure in Entwicklungsprojekten? Wie sehen Menschen, die von internationalen Organisationen als arm klassifiziert werden, ihre eigene Realität? Schulte zeigt anhand konkreter Beispiele auf, dass Entwicklungsprojekte nicht nachhaltig wirken, wenn die lokale Bevölkerung nicht beteiligt ist. Daraus entwickelt sie das Konzept der «Reziproken Entwicklungszusammenarbeit» als gemeinsamen Prozess aller Beteiligten: Projektteilnehmer aus der lokalen Bevölkerung sind dann kompetente Experten ihrer eigenen Realität. [Hrsg]