Städtische Indigenität / María Elena Herrera Amaya ... [et al.]

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Die Verwendung des Begriffs Chola hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Und es spielt eine Rolle, welche Bevölkerungsgruppe den Begriff verwendet: Die weiße Elite benutzt ihn in den meisten Gesellschaften mit einem abwertenden und diskriminierenden Tonfall. Das Beispiel Cuenca zeigt, dass ebenfalls eine positive (wenn auch exotistische) Konnotation möglich sein kann. Eine Verwendung des Begriffs, die mit Stolz und Empowerment einhergeht, ist wiederum gegeben, wenn ihn sich die Cholas selbstbewusst aneignen und für ihre Selbstzuschreibung nutzen.
Warum diese Diskussion? Weil es beim Thema „städtische Indigenität“ um Identität(en) geht. Selbst- und Fremdzuschreibungen sind absolut zentrale Fragestellungen. Denn wie schon eben angedeutet: Nicht nur in den Köpfen ist „das Indigene“ mit dem ländlichen Leben verknüpft, auch Verwaltungen und Regierungen auf lokaler Ebene kommen mit der Vorstellung von Indigenen in der Stadt nicht richtig klar, obwohl es seit Jahrhunderten und verstärkt in den letzten Jahrzehnten ein Fakt ist, dass Indigene auch in Städten leben. [Auszug Editorial]