Alliance Sud ist die gemeinsame entwicklungs-
politische Lobbyorganisation der sechs grossen Schweizer Hilfswerke.

 
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Unsere Ziele

Veröffentlicht am: 09. 04. 2009

Alliance Sud setzt sich für gerechte Beziehungen zwischen den Industriestaaten und den armen Ländern des Südens ein.

Für eine solidarische Schweiz

Von 100 Franken, die in der Schweiz erarbeitet werden, fliessen 41 Rappen in die Entwicklungszusammenarbeit mit armen Ländern (2010). Das ist zu wenig: Gemäss Uno-Vorgabe sollte jedes Industrieland mindestens 0,7 Prozent des Bruttoinlandeinkommens (also 70 Rappen von 100 Franken) für die Entwicklungshilfe aufwenden. Alliance Sud fordert die Schweiz auf, ihre Entwicklungshilfe entsprechend zu erhöhen. Sie soll gezielt zur Linderung von Armut und zur Förderung von sozialer Entwicklung eingesetzt und nicht für aussenpolitische Ziele missbraucht werden. Der Beschluss des Parlaments von 2011, die Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,5 Prozent BNE zu erhöhen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und muss auch umgesetzt werden.

Für faire Handelsbeziehungen

In der Welthandelsorganisation WTO und in bilateralen Handelsabkommen drängen die Industriestaaten, so auch die Schweiz, die Länder des Südens, ihre Märkte zu öffnen und Handelsliberalisierungen durchzuführen. Das schränkt den wirtschaftspolitischen Spielraum der Entwicklungsländer stark ein. Alliance Sud setzt sich für das Recht dieser Länder ein, im eigenen Interesse ihre ProduzentInnen und jungen Wirtschaftssektoren schützen zu können. Gleichzeitig sollen die Subventionen, mit denen reiche Länder ihre Exporte künstlich verbilligen, abgeschafft werden.

Für Klimagerechtigkeit

Die armen Länder sind nicht  für die Klimaerwärmung verantwortlich. Aber sie leiden am Stärksten unter den Folgen. Sie verfügen nicht über genügend Ressourcen, um sich gegen Dürren und Überschwemmungen, gegen Stürme und steigende Meeresspiegel zu schützen. Alliance Sud setzt sich dafür ein, dass die Schweiz als bedeutende CO2-Emittentin in der internationalen Klimapolitik Verantwortung übernimmt. Konkret soll sie ihren CO2-Austoss bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis 2050 um mindestens 90 Prozent senken (gegenüber 1990), und zwar mit Massnahmen mit Inland. Zudem soll die Schweiz ärmere Länder bei der Anpassung an die Folgen der Klimaerwärmung, die sie mitverursacht hat,   unterstützen und ihnen einen raschen und kostengünstigen Zugang zu klimafreundlichen Technologien ermöglichen.

Für das Recht auf Wasser für alle

Fast eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,5 Milliarden verfügen über keine sanitären Anlagen. Millionen von Menschen sterben jedes Jahr an Infektionen und anderen vermeidbaren Krankheiten. Alliance Sud setzt sich dafür ein, dass der  Zugang zu sauberem Trinkwasser als Menschenrecht anerkannt und garantiert wird.  Wasser ist ein öffentlichem Gut und darf nicht zum Spielball von Profitinteressen werden. Alliance Sud lehnt deshalb die Privatisierung der Wasserversorgung ab.

Für weltweite Steuergerechtigkeit

Entwicklungsländer verlieren durch Steuerflucht und unfairen  Steuerwettbewerb Milliarden von Dollar an Einnahmen. Die Schweiz begünstigt die Steuerflucht, wenn sie im Interesse des Finanzplatzes nur in Ausnahmefällen Rechtshilfe bei Steuerhinterziehung leisten will. Zudem nutzen Schweizer Multis Steueroasen, um ihre Steuern zu minimieren.  Alliance Sud befürwortet einen Informationsaustausch in Steuerfragen. Sie fordert den Bundesrat auf, die Entwicklungsländer aktiv im Kampf gegen Steuerflucht und Steuerhinterziehung zu unterstützen. Bei Steuerabkommen sollen sie gleich  behandelt werden wie die OECD-Länder. Um weltweit gegen Steuerflucht und Steuerhinterziehung anzugehen, hat Alliance Sud 2002 das internationale Tax Justice Network mitgegründet. Heute engagiert sich Alliance Sud in der Global Alliance for Tax Justice.

Konzerne auf Menschenrechte verpflichten

Mit der Globalisierung der Wirtschaft hat die Macht der Konzerne massiv zugenommen. Doch verbindliche Regeln, die sie zur Respektierung der Menschenrechte und von Umweltstandards verpflichten würden, haben sie bislang erfolgreich verhindert. Gerade in der Schweiz, einer Hochburg von Multis, wären solche Regeln dringend nötig – die freiwillige „Selbstverantwortung“ genügt nicht. Alliance Sud setzt sich deshalb für klare gesetzliche Bestimmungen ein, die sicherstellen, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz weltweit die Menschenrechte und Umweltstandards einhalten müssen.

Siehe auch: Grundlagendokumente von Alliance Sud

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